Geschichtliches zum Moskauer Katzentheater
Seit 4000 Jahren schon leben Katzen bei den Menschen. Sie fingen Mäuse, spielten mit den Kindern und betrachteten Hunde mit unverhohlener Arroganz. Und sie warteten geduldig auf jemanden, dem sie ihre Geheimnisse anvertrauen konnten. Und endlich passierte es.
Yuri Kuklachev wurde 1949 in einem abgelegenen Dorf im russischen Ural geboren. Zu seinen frühesten Kindheitserinnerungen gehört, wie er ein streunendes Kätzchen auf der Dorfstraße fand. Ein gewöhnliches Ereignis, doch von nun an waren ihm heimatlose Tiere jeder Art ein Anliegen.
Jahre später, als er bereits ein bekannter Clown war, erlebte er ein echtes Dejavu. Als er die Straßen einer ukrainischen Stadt entlang bummelte, erblickte er wieder einen verlorenen Streuner: die bald so berühmte Koutchka!
Da waren, wie er sagt „Zukunft und Schicksal des Katzentheaters geschmiedet".
Nicht, dass er Koutchka aufgenommen hätte, damit sie auftreten würde. Tatsächlich vertrat er zu dieser Zeit die althergebrachte Meinung, Katzen seien nicht zu dressieren.
Eigentlich stimmt Kuklachev dem immer noch zu. „Nur mit geduldiger Beobachtung, mit Verständnis und Liebe ... wird eine Katze zu erkennen geben, was sie tun möchte."
Das Novum des Auftretens von Mensch und Katze brachte ihm fast sofortigen Ruhm, einen festen Platz im Moskauer Zirkus und die Ehre, als „Volkskünstler" bezeichnet zu werden.

Ein Jahrzehnt lang war das fast ein rein russisches Vergnügen. Allerdings erlaubte der Kreml ihm ab und an kurze Touren ins Ausland. Und besonders gut informierte Touristen (in einem Land ohne Werbung) erkannten ihn, wenn er auf einem Zirkusplakat erschien.
All die Jahre teilten er, seine Frau Yelena und die drei Kinder mit Freude ihr Moskauer Appartment mit nicht weniger als 50 Artisten-Katzen! Mit dem Niedergang der UdSSR eröffnete der rührige Kuklachev sein eigenes Katzentheater - in Brezhnevs alter Nachbarschaft. Das Kuklachever Katzentheater ist heute eine sehr familiäre Angelegenheit. Ehefrau und Clown Yelena ist seit ihrer Heirat Teil der Show. Auch der älteste Sohn Dimitri tritt auf, so oft es seine Ausbildung an der Moskauer Zirkusschule erlaubt. Und die Katzen haben heute ihr eigenes nobles Domizil, komplett mit zwei Assistenten und einem Tierarzt für die Belegschaft. Kuklachev ist auch jeden Tag da. Er füttert seine Katzen, spielt mit ihnen und festigt eine weltweit einzigartige und rührende Beziehung zu ihnen.
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